Kununu-Bewertung löschen lassen: Der Weg für Arbeitgeber
Kununu-Bewertungen lesen die Falschen zuerst: Bewerberinnen und Bewerber, die zwischen zwei Angeboten schwanken. Eine einzelne Abrechnung, geschrieben am Abend der Kündigung und gespickt mit Behauptungen über „ausbleibende Gehälter“ oder „Mobbing durch die Geschäftsführung“, kann deshalb mehr kosten, als jede Stellenanzeige einbringt. Die Ausgangslage für Arbeitgeber ist besser, als viele denken: Kununu muss Bewertungen entfernen, deren Verfasser auf Beanstandung hin nicht belegen können, dass überhaupt ein Arbeitsverhältnis bestand. Dasselbe gilt für Bewertungen mit unwahren Tatsachenbehauptungen oder Schmähungen. Wie das Verfahren konkret läuft, wo seine Eigenheiten liegen und wie Sie dabei die eigene Arbeitgebermarke schonen, erklärt diese Seite. Die portalübergreifenden Grundsätze finden Sie auf unserer Seite Google-Bewertung löschen.
Kununu-Bewertung
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Senden Sie uns den Link zur Bewertung. Die Medienanwälte prüfen die Löschchancen und sagen Ihnen zugleich, ob ein Vorgehen sinnvoll ist oder ob eine kluge Arbeitgeber-Antwort mehr bewirkt. Einen Überblick über unsere Arbeit im Reputationsschutz finden Sie auf der Seite für Unternehmen.
Inhalt dieser Seite
- Welche Kununu-Bewertungen löschbar sind
- So läuft das Prüfverfahren bei Kununu
- Die Eigenheiten des Arbeitgeber-Portals
- Löschen, antworten oder beides? Der Blick auf die Arbeitgebermarke
- Häufige Fragen
Welche Kununu-Bewertungen löschbar sind
Angreifbar sind auf Kununu dieselben Kategorien wie überall, mit arbeitsweltlichem Zuschnitt. An erster Stelle steht die Bewertung ohne echtes Arbeitsverhältnis: abgelehnte Bewerber, die sich rächen, Bekannte von Mitarbeitern, im Extremfall Wettbewerber. Zweitens unwahre Tatsachenbehauptungen, die im Arbeitskontext besonders häufig vorkommen, weil sich viele Aussagen überprüfen lassen: Ob Gehälter pünktlich gezahlt, Überstunden vergütet oder Arbeitsschutzvorgaben eingehalten wurden, ist keine Meinungsfrage. Drittens Schmähungen und die namentliche Herabsetzung einzelner Führungskräfte oder Kollegen. Kununu-Richtlinien und Persönlichkeitsrecht ziehen hier eine klare Grenze, denn bewertet werden darf der Arbeitgeber, nicht die einzelne Person an den Pranger gestellt. Zulässig bleibt dagegen die harte Meinung: „Schlechtes Betriebsklima“ oder „würde hier nicht mehr anfangen“ müssen Arbeitgeber ertragen, solange keine falschen Fakten untergeschoben werden.
So läuft das Prüfverfahren bei Kununu
Nach einer qualifizierten Beanstandung setzt Kununu die Bewertung für die Dauer der Prüfung typischerweise offline und fordert den Verfasser auf, das behauptete Arbeitsverhältnis nachzuweisen, etwa durch anonymisierte Unterlagen, die dem Arbeitgeber nicht offengelegt werden, um die Anonymität zu wahren. Bleibt der Nachweis aus oder überzeugt er nicht, wird die Bewertung dauerhaft entfernt. Erfahrungsgemäß scheitern gerade Rache- und Fremdbewertungen an genau dieser Hürde, weil ihre Verfasser nichts vorlegen können oder das Risiko scheuen. Bei inhaltlichen Beanstandungen wegen unwahrer Tatsachen oder Schmähkritik kommt es zusätzlich auf die juristische Begründung an: Je präziser dargelegt ist, welche Aussage warum rechtswidrig ist, desto seltener wagt das Portal die Wiederfreischaltung. Verweigert Kununu die Löschung trotz klarer Rechtslage, bleibt der gerichtliche Weg. Die Rechtsprechung hat die Prüf- und Nachweispflichten der Arbeitgeber-Portale in den letzten Jahren deutlich geschärft.
Die Eigenheiten des Arbeitgeber-Portals
Zwei Besonderheiten sollten Arbeitgeber kennen. Erstens die Mehrfachbewertung: Anders als beim einmaligen Restaurantbesuch können ehemalige Mitarbeitende ihre Erfahrung nur einmal, aber aus verschiedenen Rollen (Mitarbeiter, Bewerber, Azubi) abgeben. Tauchen auffällig viele gleichgerichtete Bewertungen in kurzer Zeit auf, spricht das für eine koordinierte Aktion, die als Ganzes angegangen werden sollte, gegebenenfalls verbunden mit dem Vorgehen gegen den Urheber nach den Grundsätzen der Seite Lügen und Gerüchte. Zweitens die Anonymität: Sie ist auf Kununu strukturell stärker geschützt als anderswo, weil das Portal die Bewertung von Arbeitgebern ohne Angst vor Repressalien ermöglichen soll. Die Identifizierung des Verfassers ist deshalb schwieriger, aber bei strafbaren Inhalten nicht ausgeschlossen. Für die Löschung selbst ist sie ohnehin nicht erforderlich.
Löschen, antworten oder beides? Der Blick auf die Arbeitgebermarke
Nicht jede negative Bewertung verdient ein Löschverfahren, und manche schadet gelöscht mehr als beantwortet: Ein Profil mit ausschließlich Bestnoten wirkt auf erfahrene Bewerber kuratiert. Unsere Empfehlung folgt einer einfachen Regel. Rechtswidrige Bewertungen, also erfundene, unwahre oder schmähende, werden konsequent entfernt; hier gibt es nichts zu moderieren. Zulässige, aber kritische Bewertungen erhalten eine souveräne Arbeitgeber-Antwort, die Bewerbern zeigt, wie das Unternehmen mit Kritik umgeht. Auf Wunsch prüfen wir die Formulierung mit, denn auch Antworten können Rechte verletzen oder spätere Verfahren schwächen. Und bei koordinierten Kampagnen wird beides verzahnt und zusätzlich der Ursprung verfolgt. So bleibt das Profil glaubwürdig, nur eben ohne die Einträge, die dort nie hätten stehen dürfen.
What you should know
Häufige Fragen zu Bewertungen auf Kununu
Erfährt der Verfasser, dass wir die Löschung betreiben?
Der Verfasser wird von Kununu im Prüfverfahren kontaktiert und weiß damit, dass die Bewertung beanstandet wurde, nicht jedoch zwingend, welche Kanzlei dahintersteht. Da Bewertungen während der Prüfung offline gehen, bemerkt die Öffentlichkeit vom Verfahren in der Regel nichts.
Wie lange dauert eine Kununu-Löschung?
Das Prüfverfahren mit Nachweisaufforderung dauert typischerweise einige Wochen. Da die Bewertung währenddessen meist nicht sichtbar ist, ist der akute Schaden oft schon mit der Beanstandung gestoppt.
Können wir gegen eine ganze Welle von Bewertungen nach einer Kündigungsrunde vorgehen?
Ja, und zwar gebündelt. Jede Bewertung wird einzeln beanstandet, die Argumentation aber auf die erkennbare Koordination gestützt. Parallel prüfen wir Ansprüche gegen identifizierbare Urheber, etwa bei Verstößen gegen nachvertragliche Pflichten.
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