Menu Close

Deepfake von Ihnen im Umlauf: Ihre Rechte gegen KI-Fälschungen

Das Video zeigt Sie: Ihre Stimme, Ihre Mimik, Ihr Gesicht. Nur gedreht wurde es nie. Was vor wenigen Jahren aufwendige Trickserei war, erzeugt heute jede frei verfügbare KI-App in Minuten, und entsprechend wachsen die Fälle: das gefälschte Statement eines Geschäftsführers, das kompromittierende KI-Bild einer Lehrerin im Klassenchat, der Anruf mit der geklonten Stimme des Chefs, der eine Überweisung freigibt. Die zentrale Botschaft dieser Seite: Auch die perfekte Fälschung ist rechtlich angreifbar. Ihr Gesicht, Ihre Stimme und Ihre Identität gehören Ihnen, egal ob die Aufnahme echt ist oder erzeugt. Seit August 2026 verlangt die europäische KI-Verordnung zudem, dass künstlich erzeugte oder manipulierte Inhalte als solche gekennzeichnet werden, ein zusätzlicher Hebel gegen heimliche Fälschungen. Was Betroffene jetzt konkret tun können, ordnen wir hier.

Deepfake im Umlauf?

Ein junges Rechtsgebiet und einer unserer Schwerpunkte.

Deepfake-Fälle verlangen beides: das klassische Persönlichkeitsrecht und das Verständnis dafür, wie KI-Inhalte entstehen, sich verbreiten und sich nachweisen lassen. Die Medienanwälte übernehmen Beweissicherung, Löschung und das Vorgehen gegen Ersteller und Verbreiter. Einen Überblick über unsere Arbeit im Persönlichkeitsrecht finden Sie auf der Seite für Privatpersonen. Die Ersteinschätzung Ihres Falls ist kostenlos.

Inhalt dieser Seite

Bild, Video, Stimme: die drei Fallgruppen

In der Beratung begegnen uns drei Muster. Die erste Gruppe sind manipulierte oder vollständig erzeugte Bilder, vom „nur“ peinlichen Fake-Foto bis zu sexualisierten Darstellungen, die Betroffene bloßstellen sollen. Letztere behandeln wir mit derselben Diskretion wie echte intime Aufnahmen, denn für die Demütigung der Betroffenen macht die künstliche Herkunft keinen Unterschied. Die zweite Gruppe sind Videofälschungen: untergeschobene Aussagen, gefälschte Interviews, montierte Szenen, oft eingesetzt, um Personen des öffentlichen Lebens, Unternehmer oder unliebsame Nachbarn zu diskreditieren. Die dritte Gruppe wächst am schnellsten: geklonte Stimmen. Sie tauchen im Enkeltrick der nächsten Generation auf, in gefälschten Sprachnachrichten und im Unternehmenskontext als Anweisungs-Anrufe, die täuschend echt nach der Geschäftsführung klingen.

Die Rechtslage: Was für Deepfakes gilt

Ein verbreiteter Irrtum lautet, gegen KI-Inhalte gebe es „noch keine Gesetze“. Das Gegenteil trifft zu: Das allgemeine Persönlichkeitsrecht schützt Ihre Identität umfassend. Dazu gehört, dass Ihnen keine Aussagen untergeschoben werden, dass Ihr Bildnis nicht ohne Einwilligung verwendet wird und dass Ihre Stimme nicht imitiert werden darf, um als Sie aufzutreten. Ob die Verletzung mit Photoshop, Schauspieler oder neuronalem Netz bewerkstelligt wird, ist rechtlich gleichgültig; ein täuschend echtes Fake wiegt eher schwerer, weil es glaubwürdiger täuscht. Je nach Inhalt kommen Straftatbestände hinzu, von Beleidigung und Verleumdung über die Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs bis zum Betrug bei Stimm-Klon-Maschen. Und mit den seit August 2026 geltenden Transparenzpflichten der KI-Verordnung müssen künstlich erzeugte oder manipulierte Bild-, Audio- und Videoinhalte gekennzeichnet werden. Wer eine Fälschung als echt ausgibt, verstößt damit zusätzlich gegen europäisches Recht, ein Argument, das Plattformen bei Löschverlangen zunehmend ernst nehmen.

Vorgehen: Nachweis, Löschung, Verantwortliche

Am Anfang steht die Sicherung: die Fälschung selbst, ihre Fundorte, die Verbreitungswege, und zwar bevor Inhalte editiert oder Accounts gelöscht werden. Die Frage „Wie beweise ich, dass es ein Fake ist?“ schreckt viele Betroffene; in der Praxis ist sie meist lösbar, etwa über den Nachweis, dass die gezeigte Situation nie stattgefunden hat, über technische Artefakte der Erzeugung oder im Streitfall über forensische Analyse. Häufig genügt für die Löschung bereits, dass die Darstellung Ihre Rechte verletzt. Ob echt oder unecht, kann dann sogar offenbleiben. Die Entfernung selbst läuft über die bekannten Schienen: qualifizierte Meldung bei den Plattformen, die manipulierte Medien in ihren Regeln ausdrücklich verbieten, Auslistung aus der Namenssuche bei Google und das direkte Vorgehen gegen Ersteller und Verbreiter mit Unterlassung und Geldentschädigung. Wird die Fälschung über ein gefälschtes Profil verbreitet, kombinieren wir das Vorgehen mit dem Takedown nach den Regeln der Seite Fake-Profile; die Identifizierung anonymer Ersteller folgt denselben Auskunftswegen.

Deepfakes gegen Unternehmen: CEO-Fraud und Fake-Werbung

Unternehmen treffen Deepfakes an zwei Fronten. Nach innen als Angriffswerkzeug: Die geklonte Stimme des Vorstands, die per Anruf oder Sprachnachricht eine eilige Zahlung anweist, ist die KI-Aufrüstung des klassischen CEO-Frauds. Hier gehören neben der Strafanzeige vor allem interne Verifikationsprozesse auf den Prüfstand, und wir unterstützen bei der Aufarbeitung gegenüber Banken und Versicherern. Nach außen als Reputationsrisiko: gefälschte Videos, in denen Führungspersonen vermeintlich für dubiose Finanzprodukte werben, oder erfundene Statements, die Kunden verunsichern. Dann zählt Geschwindigkeit auf zwei Ebenen, Löschung der Fälschungen und klare eigene Kommunikation, bevor Medien das Fake für bare Münze nehmen. Greift die Presse den Fall auf, gelten die Abläufe unserer Seite Presseanfrage erhalten.

What you should know

Häufige Fragen zu Deepfakes

Nein. Die Kennzeichnung erfüllt nur die Transparenzpflicht, sie heilt keine Persönlichkeitsrechtsverletzung. Ein gekennzeichnetes Fake, das Sie bloßstellt oder Ihnen Aussagen unterschiebt, bleibt rechtswidrig und löschbar.

Über strafrechtliche Ermittlungen und zivilrechtliche Auskunftsverfahren gegen Plattformen lässt sich die Spur in vielen Fällen zurückverfolgen. Erfahrungsgemäß liegt der Ursprung oft im persönlichen oder geschäftlichen Umfeld.

Satire ist geschützt, aber nur, wenn der satirische Charakter erkennbar ist und die Darstellung nicht in Schmähung oder Falschzuschreibung umschlägt. Ein "Scherz", den Empfänger für echt halten, ist keine Satire, sondern eine Täuschung mit Ihrem Gesicht.

Bei großen Plattformen führt die qualifizierte Meldung häufig binnen Tagen zur Entfernung, da manipulierte Medien gegen deren eigene Regeln verstoßen. Hartnäckige Fälle verfolgen wir über Auslistung, Hoster und gerichtliche Eilverfahren weiter.

Mit jedem Tag, den die Fälschung kursiert, halten mehr Menschen sie für echt. Lassen Sie Ihren Fall jetzt kostenlos einordnen.