Fake-Profil im Netz: So verschwindet der Account, und so finden wir den Täter
Der Hinweis kommt fast immer von Dritten: „Hast du ein zweites Profil?“ Dann der Blick auf einen Account, der Ihren Namen trägt, Ihre Fotos zeigt und Dinge schreibt, die Sie nie schreiben würden. Oder Kollegen berichten von merkwürdigen Kontaktanfragen, ein Fremder meldet sich, weil er über „Ihr“ Dating-Profil betrogen wurde, ein Kunde fragt nach dem Online-Shop, den Ihre Firma nie eröffnet hat. So unterschiedlich die Varianten sind, so klar ist der Ausgangspunkt: Niemand darf sich Ihre Identität, Ihren Namen oder Ihre Bilder aneignen. Fake-Profile sind rechtswidrig und lassen sich entfernen. Wie das je nach Plattform gelingt, wie sich herausfinden lässt, wer dahintersteckt, und was Unternehmen bei Fake-Shops zusätzlich tun können, erklärt diese Seite.
Fake-Profil im Internet?
Takedown mit Nachdruck: Wir lassen den Account löschen.
Je länger ein Fake-Profil aktiv ist, desto mehr Schaden richtet es in Ihrem Umfeld an. Die Medienanwälte übernehmen die qualifizierte Meldung bei der Plattform, die Beweissicherung und, wo gewünscht, die Ermittlung des Täters. Einen Überblick über unsere Arbeit im Persönlichkeitsrecht finden Sie auf der Seite für Privatpersonen. Die Ersteinschätzung ist kostenlos; bei laufendem Missbrauch priorisieren wir Ihren Fall.
Inhalt dieser Seite
- Erste Schritte: sichern, warnen, nicht konfrontieren
- Account löschen lassen: Instagram, Facebook, LinkedIn und Dating-Portale
- Herausfinden, wer dahintersteckt
- Fake-Shops und gefälschte Firmenprofile
- Häufige Fragen
Erste Schritte: sichern, warnen, nicht konfrontieren
Drei Dinge entscheiden die Anfangsphase. Erstens die Beweissicherung: Dokumentieren Sie das komplette Profil, also URL, Profilname, Fotos, Beiträge, Follower und Nachrichten, jeweils mit Datum. Fake-Profile verschwinden gern über Nacht, sobald der Täter Gegenwind spürt, und tauchen unter neuem Namen wieder auf; ohne Dokumentation beginnt das Spiel dann von vorn. Zweitens die Warnung des eigenen Umfelds: Ein kurzer Hinweis über Ihre echten Kanäle, dass ein gefälschtes Profil kursiert und Kontaktanfragen von dort nicht von Ihnen stammen, nimmt dem Account seine Wirkung, gerade bei Betrugsmaschen, die auf Ihre Kontakte zielen. Drittens: Konfrontieren Sie den Account nicht selbst. Wer den Täter anschreibt, warnt ihn vor allem und verliert die Chance, dass Plattformdaten und Spuren noch vorhanden sind, wenn die Ermittlung beginnt.
Account löschen lassen: Instagram, Facebook, LinkedIn und Dating-Portale
Alle großen Plattformen verbieten Identitätsmissbrauch in ihren Regeln und halten Meldewege für „Impersonation“ bereit, zumindest in der Theorie. Praktisch versanden einfache Nutzermeldungen häufig, weil automatisierte Prüfungen die Fälschung nicht erkennen oder Identitätsnachweise umständlich angefordert werden. Die anwaltliche Beanstandung setzt anders an: Sie belegt Ihre Identität, benennt die Rechtsverletzungen (Namensrecht, Recht am eigenen Bild, je nach Inhalt auch Beleidigung oder Betrug zulasten Dritter) und setzt eine Frist, nach deren Ablauf die Plattform selbst haftet. Bei deutschen und europäischen Diensten führt das regelmäßig zügig zur Sperrung; bei Dating-Portalen und internationalen Anbietern kennen wir die jeweils zuständigen Stellen, die auf juristische Post reagieren. Nutzt das Profil Ihre Fotos, verstärkt das die Position zusätzlich. Die Grundsätze dazu stehen auf unserer Seite Foto ohne Erlaubnis im Internet. Und handelt es sich um KI-generierte Bilder, die Sie täuschend echt nachahmen, greifen die Regeln zu Deepfakes.
Herausfinden, wer dahintersteckt
Die Löschung beendet das Profil, nicht unbedingt das Problem, denn motivierte Täter legen nach. Deshalb lohnt in vielen Fällen der zweite Schritt: die Identifizierung. Strafrechtlich kommen je nach Verhalten des Fake-Accounts Beleidigungsdelikte, Nachstellung oder Betrug in Betracht; im Ermittlungsverfahren kann die Staatsanwaltschaft Bestandsdaten bei der Plattform erheben. Zivilrechtlich bestehen Auskunftsansprüche, mit denen Gerichte Plattformen zur Herausgabe der Anmelde- und Nutzungsdaten verpflichten können. Erfahrungsgemäß stammen Fake-Profile überdurchschnittlich oft aus dem näheren Umfeld: verflossene Beziehungen, Konflikte im Job, Nachbarschaftsstreit. Steht der Name fest, folgt das volle Programm gegen die Person: strafbewehrte Unterlassung für jede künftige Nachahmung, Kostenerstattung und bei gravierenden Fällen Geldentschädigung. Das beendet auch die Neuanmeldungen, denn ab jetzt kostet jede einzelne.
Fake-Shops und gefälschte Firmenprofile
Für Unternehmen hat Identitätsmissbrauch eine zusätzliche Dimension: Fake-Shops kassieren unter Ihrem Namen Vorkasse und hinterlassen Ihnen die wütenden Geschädigten; gefälschte LinkedIn-Profile angeblicher Mitarbeiter dienen Bewerbungsbetrug oder Social Engineering; kopierte Firmenauftritte fangen Kundenanfragen ab. Hier verlängert das Marken- und Wettbewerbsrecht den Hebel erheblich. Gegen Domain, Hoster, Zahlungsdienstleister und Plattform lässt sich parallel vorgehen, was Fake-Shops oft schneller vom Netz nimmt als der Weg über die Plattformmeldung allein. Wichtig ist zudem die Außenkommunikation: eine Warnung auf Ihrer Website und gegenüber Kunden, bevor die ersten Geschädigten zu Reputationsfällen werden. Mehr zu den unternehmensspezifischen Konstellationen finden Sie auf unserer Übersicht für Unternehmen.
What you should know
Häufige Fragen zu Fake-Profilen im Internet
Wie lange dauert es, bis ein Fake-Profil gelöscht ist?
Bei qualifizierter anwaltlicher Meldung reagieren große Plattformen häufig binnen weniger Tage, teils Stunden. Hartnäckige Fälle, etwa bei internationalen Anbietern, dauern länger, bleiben aber durchsetzbar.
Ich bin gar nicht bei der Plattform angemeldet. Kann ich trotzdem melden lassen?
Ja. Ihre Rechte an Name und Bild bestehen unabhängig von einer eigenen Mitgliedschaft. Wir melden und beanstanden für Sie, ohne dass Sie ein Konto anlegen müssen.
Der Account behauptet, eine "Fanpage" oder Parodie zu sein. Ändert das etwas?
Nur, wenn die fehlende Echtheit für jeden sofort erkennbar ist und keine Rechte verletzt werden. Ein Profil, das mit Ihren Fotos und Ihrem Namen den Eindruck erweckt, Sie zu sein, wird durch ein kleines "Fan" im Namen nicht zulässig.
Was ist, wenn über das Fake-Profil bereits Menschen betrogen wurden?
Dann kommt zur Löschung die Strafanzeige wegen Betrugs hinzu, auch zu Ihrem eigenen Schutz, denn die Anzeige dokumentiert, dass nicht Sie hinter dem Account stehen. Geschädigte verweisen wir auf die zuständigen Stellen.
Je schneller das Profil verschwindet, desto kleiner bleibt der Schaden: Melden Sie sich jetzt für die kostenlose Prüfung.
